Sven van Thom - So geht gute Laune - Tiere streicheln Menschen mit Martin 'Gotti' Gottschild und Sven van Thom

Sven van Thom – So geht gute Laune

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Beschreibung

Mit „So geht gute Laune“ erscheint im August 2015 endlich der dritte Longplayer von Sven van Thom. Und wer in der Vergangenheit Sven van Thoms sarkastische Sichtweise auf Mensch und Gesellschaft schätzen oder gar lieben gelernt hat, der wird aufgrund der fast schon überschwänglichen Aussage des Albumtitels vielleicht ein wenig verwirrt sein und sich fragen, woher denn dieser plötzliche Optimismus und diese Lebensfreude rühren.
Aber keine Sorge! Schließlich endet der Titeltrack mit einem gewohnten verbalen Tritt in die Eier, der uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurückwirft: „So geht gute Laune … dahin.“

Gewohnt bissig geht es in den Texten zu – manchmal so albern, dass man nur empört nach Luft schnappen kann – und doch finden sich immer wieder Momente voller Melancholie und kluger Alltagsbeobachtung darin. Natürlich kommt die Liebe nicht zu kurz, auch wenn dieses Thema im Vergleich zu van Thoms ersten beiden Alben deutlich in den Hintergrund tritt. Jedoch mit „Einfach weitermachen“ und „Nimm den Topf vom Herd“ singt uns Sven abermals so traurig von einer verblassenden Liebe, dass es einem ganz schwer ums Herz werden lässt.

Und während Melancholie und großer Quatsch wie ein ungleiches Geschwisterpaar nebeneinander stehen, so lässt sich auch die musikalische Komponente auf „So geht gute Laune“ nicht pauschal in der niedlichen Singer-Songwriter-Ecke verorten. Zwar ist das gesamte Album von Gitarrenklängen getragen, und van Thoms Stimme hält als bindendes Element alles beieinander, jedoch findet man, wie auf dem Vorgänger „Ach!“, Anleihen aus einem halben Jahrhundert Popmusik: Die 60er und 70er lassen Grüßen, wenn Mellotron-Chöre ihre sanfte Wäreme versprühen; der Indie-Kracher „Schablone“ erinnert an Svens ehemaliges Trio „Sofaplanet“; „Gut für gar nichts“ und „Nicht schon wieder Sommer“ kommen mit zurückgelehnten elektronischen Beats daher, die erst in einigen Jahren so richtig Retro sein werden; und der Bonus-Track „Die neuen Nachbarn“ schickt uns eher in die 90er zurück, als Hip-Hop aus Deutschland seine Unschuld noch nicht an den Gangster-Rap verloren hatte.

Eine wilde Mischung also. Die einen würden sagen: „Schizophren!“ Die anderen sagen einfach nur: „Abwechslungsreich.“

Dass dem kleinen Brillenträger der Schalk im Nacken sitzt, erfährt man nicht nur auf seinen Konzerten, sondern auch bei der Actionlesung „Tiere streicheln Menschen“, mit der van Thom seit einigen Jahren gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Martin „Gotti“ Gottschild auf den Bühnen der Republik unterwegs ist. Mit ihrer erfrischenden Mischung aus wahnsinnigen Kurzgeschichten, bösartigen Liedern und unfassbaren Diashows bringen die zwei Ihr Publikum regelmäßig dazu, die Gesichter in Lachfalten zu legen und vor Freude den Lidschatten zu verschmieren. Neben ihren Live-Shows sind „Tiere streicheln Menschen“ mittlerweile auch jeden Freitag auf RadioEins zu hören.